Oliveira L, Santos Z
Einleitung: Die psychopharmakologische Behandlung ist ein wichtiges Instrument des multidimensionalen Ansatzes im
onkologischen Umfeld, allerdings kann die Anfälligkeit von Krebspatienten für Arzneimittelwechselwirkungen sie einem Risiko aussetzen.
Ziel: Beschreibung des Einsatzes von Psychopharmaka bei Patienten, die an eine psychoonkologische Abteilung überwiesen werden, und Aufzeigen potenzieller und klinisch relevanter Arzneimittelwechselwirkungen in diesem Zusammenhang.
Methoden: Deskriptive Studie einer Stichprobe von Patienten, die zwischen April und Dezember 2013 zum ersten Mal an die psychoonkologische Abteilung des Universitätsklinikums Coimbra überwiesen wurden. Durch Konsultation klinischer Prozesse wurde eine retrospektive Sammlung der soziodemografischen, klinischen und Verschreibungsdaten durchgeführt.
Ergebnisse: Von den 110 Patienten nahmen 51,8 % der Patienten zum Zeitpunkt des psychoonkologischen Termins bereits ein Psychopharmakon ein und 91,9 % erhielten antineoplastische Medikamente. Bei den Psychopharmaka handelte es sich fast ausschließlich um Benzodiazepine und Antidepressiva. Psychopharmaka können potenzielle Wechselwirkungen mit antineoplastischen Medikamenten hervorrufen, die Krebspatienten verabreicht werden. Bei einigen pharmakologischen Wirkstoffen besteht ein höheres Potenzial für Arzneimittelwechselwirkungen.
Schlussfolgerungen: Die Verschreibung psychotroper Medikamente durch das onkologische Team ist üblich und Krebspatienten
nehmen normalerweise mehrere Medikamente gleichzeitig ein. Diese Studie unterstreicht die Bedeutung der Förderung wissenschaftlicher Forschung zu Arzneimittelwechselwirkungen in der Psychoonkologie und einer engeren Zusammenarbeit zwischen Onkologie und Psychiatrie, um das Risiko von Arzneimittelwechselwirkungen zu verringern, das Bewusstsein dafür zu schärfen und jedem Patienten eine angemessene psychopharmakologische Behandlung zu verschreiben.