Vaqué A, Sust M, Gascón N, Puyada A und Videla S
Hintergrund: Die gleichzeitige Verabreichung von Opioiden und nichtsteroidalen entzündungshemmenden Medikamenten wird in der klinischen Praxis zur Schmerzbehandlung eingesetzt, da sie eine synergistische analgetische Wirkung haben. Zu den möglichen Kombinationen gehören Tramadol und Celecoxib, die routinemäßig verwendet werden. Ziel dieser Studie war es, das Sicherheitsprofil von Tramadol und Celecoxib bei Einzelgabe im Vergleich zu ihrer gleichzeitigen Verabreichung in der klinischen Praxis zu untersuchen.
Methoden: Retrospektive Analyse von Nebenwirkungen aus der Sicherheitsdatenbank Vigibase, dem globalen Datenbanksystem der WHO für Einzelfallsicherheitsberichte. Ein Fall wurde als Nebenwirkung definiert, die in einem Bericht von Vigibase zwischen Januar 2000 und März 2012 enthalten war. Drei Gruppen wurden untersucht: „Tramadol-kein-Celecoxib“ (Tramadol wurde nur als mutmaßliches oder interagierendes Medikament gemeldet), „Celecoxib-kein-Tramadol“ (Celecoxib wurde nur als mutmaßliches oder interagierendes Medikament gemeldet) und „Celecoxib+Tramadol“ (beide Medikamente wurden gleichzeitig verabreicht und als mutmaßliches oder interagierendes Medikament gemeldet). Das MedDRA-Wörterbuch wurde zur Kodierung der Nebenwirkungen verwendet. Die Meldeanteile wurden berechnet, indem die Anzahl der Nebenwirkungen eines bestimmten Typs durch die Gesamtzahl der gemeldeten Nebenwirkungen in jeder Medikamentengruppe geteilt wurde.
Ergebnisse: Die Meldeanteile für das Gesamtprofil und für jede untersuchte Gruppe von Nebenwirkungen waren bei gleichzeitiger Verabreichung niedriger als bei jedem einzelnen Medikament, insbesondere bei dem Medikament (entweder Tramadol oder Celecoxib), das primär an der jeweiligen Nebenwirkung beteiligt war. Daher wurden keine Sicherheitssignale für „gastrointestinale Blutungen“ und „gastrointestinale Anzeichen und Symptome“, „kardiovaskuläre“ und „zerebrovaskuläre Ereignisse“
(im Zusammenhang mit „ischämischen und embolisch-thrombotischen Ereignissen “), „renale“ und „renovaskuläre“ Ereignisse (einschließlich Ereignisse im Zusammenhang mit Herzversagen) gefunden; weder für „Wirkungen auf das zentrale Nervensystem“, noch für „Atemdepression“, „Toleranzentwicklung bei wiederholter Verabreichung“ (einschließlich gemeldeter Ereignisse im Zusammenhang mit Missbrauch/Abhängigkeit/Entzug), „Lebererkrankungen (medikamentenbedingt)“, „Hautereignisse“ und auch nicht für die am häufigsten bevorzugten Begriffe: „Übelkeit“, „Erbrechen“, „Verstopfung“, „Herzinfarkt“ und „Hypertonie“.
Schlussfolgerung: Basierend auf den Meldeanteilen wurde kein Trend zu einem erhöhten Risiko für bestimmte potenzielle Sicherheitsbedenken bei gleichzeitiger Verabreichung von Tramadol und Celecoxib beobachtet.