Dens invaginatus ist eine Entwicklungsanomalie, die zu einer mit Zahnschmelz ausgekleideten Höhle führt, die
vor der Mineralisierungsphase in die Krone oder Wurzel eindringt. Die Ursache von Dens invaginatus ist noch unbekannt
und umstritten. Einige der Autoren haben folgende Hypothesen vorgeschlagen: lokale externe Kräfte, apikale Proliferation
von Ameloblasten oder lokale Retardierung, Entwicklungsstillstand und fokale Entwicklungsreize.
Die Anomalie tritt am häufigsten an den seitlichen Schneidezähnen auf, obwohl gelegentlich auch die mittleren
Oberkieferschneidezähne, die Oberkiefereckzähne, die Unterkieferschneidezähne und die Unterkieferprämolaren betroffen sein können.
Die Behandlung reicht von konservativen Verfahren bis hin zu nichtchirurgischen Wurzelkanalbehandlungen, chirurgischen Wurzelkanalbehandlungen
oder Extraktionen mit anschließender gezielter Replantation.
Eine 14-jährige Patientin wurde zur Behandlung eines infizierten linken mittleren Oberkieferschneidezahns überwiesen.
Nach klinischer und radiologischer Untersuchung wurde Dens invaginatus Typ 3 diagnostiziert. Das Ergebnis
der kombinierten chirurgischen und endodontischen Behandlung war klinisch zufriedenstellend. Nach einem dreijährigen Nachbeobachtungszeitraum
waren keine Anzeichen einer Entzündung oder Pathose erkennbar.