Erich K Odermatt, Heiko Steuer und Nicolas Lembert
Ziel: Eine schnelle Aktivierungszeit von Hämostatika mit Blut muss ausreichen, um Blutungen bei chirurgischen Eingriffen wirksam zu stoppen. Es gibt jedoch keine funktionellen In-vitro-Tests von Hämostatika, die eine solche klinische Anwendung nachahmen. Methode: Die Wirksamkeit von zwei gängigen Hämostatika wurde mit heparinisiertem menschlichem Vollblut (0,7 IU/ml) und einer Kontaktzeit von nur drei Minuten zwischen Blut und Hämostatikum untersucht. Herkömmliche biochemische Tests wurden mit einer neuen rheometrischen Methode zur Messung der Gerinnselbildung verglichen. Ergebnisse: Blut ohne vorherigen Materialkontakt (Negativkontrolle) induzierte eine basale Thrombin-Antithrombin- (TAT, 240 ± 85 μg/l) oder ß-Thromboglobulin- (TG, 1000 ± 216 U/ml) Komplexbildung. Edelstahl (Positivkontrolle) oder ein mit Thrombin beschichtetes Kollagenvlies vom Pferd konnten TAT oder ß-TG nicht erhöhen. Ein Kollagenvlies vom Rind erhöhte jedoch die Bildung von TAT (1426 ± 378 μg/l) oder ß-TG (3829 ± 857 U/ml) signifikant. Bei rheometrischen Messungen der Negativkontrolle betrug die Gerinnungszeit (CT) 17 ± 4 min und die Gerinnselfestigkeit (CS) 71 ± 45 Pa. In der Positivkontrolle betrug die CT (Edelstahl) 9 ± 3 min und die CS 298 ± 68 Pa. Das Kollagenvlies vom Pferd verursachte keine erkennbare Stimulation von CT und CS, während das Kollagenvlies vom Rind (CT 13 ± 3 min, CS 186 ± 86 Pa) fast so wirksam war wie Edelstahl. Schlussfolgerung: Herkömmliche biochemische Parameter können unter den getesteten Bedingungen keine Thrombogenität anzeigen, aber die oszillierende Scherrheometrie ist ein sensitives Verfahren zur Analyse der Blutgerinnung in vitro. Darüber hinaus erkennt die rheometrische Methode durch Nachahmung der klinisch relevanten Anwendungszeiten funktionelle Unterschiede von Hämostatika. Da diese Unterschiede mit In-vivo-Daten korrelieren, ist die rheometrische Methode ein wertvolles Werkzeug bei der Entwicklung von Hämostatika.Ziel: Eine schnelle Aktivierungszeit von Hämostatika mit Blut muss ausreichen, um Blutungen bei chirurgischen Eingriffen wirksam zu stoppen. Es gibt jedoch keine funktionellen In-vitro-Tests von Hämostatika, die eine solche klinische Anwendung nachahmen. Methode: Die Wirksamkeit von zwei gängigen Hämostatika wurde mit heparinisiertem menschlichem Vollblut (0,7 IE/ml) und einer Kontaktzeit von nur drei Minuten zwischen Blut und Hämostatikum untersucht. Traditionelle biochemische Tests wurden mit einer neuen rheometrischen Methode zur Messung der Gerinnselbildung verglichen. Ergebnisse: Blut ohne vorherigen Materialkontakt (Negativkontrolle) induzierte eine basale Thrombin-Antithrombin (TAT, 240 ± 85 μg/l) oder ß-Thromboglobulin (TG, 1000 ± 216 U/ml) Komplexbildung. Edelstahl (Positivkontrolle) oder ein mit Thrombin beschichtetes Kollagenvlies vom Pferd konnten TAT oder ß-TG nicht erhöhen. Ein Kollagenvlies vom Rind erhöhte jedoch die Bildung von TAT (1426 ± 378 μg/l) oder ß-TG (3829 ± 857 U/ml) signifikant. Bei rheometrischen Messungen der Negativkontrolle betrug die Gerinnungszeit (CT) 17 ± 4 min und die Gerinnselfestigkeit (CS) 71 ± 45 Pa.In der positiven Kontrolle betrug die CT (Edelstahl) 9 ± 3 min und die CS 298 ± 68 Pa. Das Kollagenvlies vom Pferd verursachte keine nachweisbare Stimulation von CT und CS, wohingegen das Kollagenvlies vom Rind (CT 13 ± 3 min, CS 186 ± 86 Pa) fast so wirksam war wie Edelstahl. Schlussfolgerung: Herkömmliche biochemische Parameter können unter den getesteten Bedingungen keine Thrombogenität anzeigen, aber die oszillierende Scherrheometrie ist ein empfindliches Instrument zur Analyse der Blutgerinnung in vitro. Darüber hinaus erkennt die rheometrische Methode durch Nachahmung der klinisch relevanten Anwendungszeiten funktionelle Unterschiede von Hämostatika. Da diese Unterschiede mit In-vivo-Daten korrelieren, ist die rheometrische Methode ein wertvolles Instrument bei der Entwicklung von Hämostatika.